Soft Skills für Azubis zum Berufsstart

Marie hat die ersten Wochen in der Ausbildung gemeistert. Soweit ist alles gut. Aber manchmal hat sie den Eindruck, dass die Kollegen bestimmte Erwartungen an sie haben. Aber welche? „Yup! Soft Skills …“ murmelt das Good-Karma-Lama bedeutungsschwer. Aber natürlich erklärt es auch gleich, was damit gemeint ist …

 

Was sind Soft Skills

Von einem Verkäufer werden andere Eigenschaften erwartet, als von einem Computer-Nerd. Ist doch klar, oder? Wer viel mit Kunden zu tun hat und als Dienstleister auf sie eingehen muss, der sollte kontaktfreudig sein und auf Menschen zugehen können. Wer dagegen in seinem Beruf eher technische Dinge bearbeiten muss, der sollte dafür auch ein technisches Verständnis mitbringen. Soweit ist das sicherlich nachvollziehbar. Diese berufstypischen Fähigkeiten werden im Rahmen der Ausbildung und des späteren Berufslebens automatisch trainiert.

Aber es gibt auch einige persönliche Eigenschaften (= SOFT SKILLS), die bei allen Berufen wichtig sind und bei Chefs hoch im Kurs stehen. Natürlich können auch Soft Skills trainiert und entwickelt werden. Das hat aber viel mit deiner persönlichen Einstellung und Entwicklungsbereitschaft zu tun, da die nicht auf dem Ausbildungsplan steht. Dennoch können Soft Skills für deine weitere Karriere ganz entscheidend werden.

 

  1. Kommunikationsfreude und Kommunikationsfähigkeit

Du wirst es sicherlich früher oder später feststellen: Wenn etwas schiefgeht oder ein Projekt misslingt, dann ist ein Hauptgrund dafür fast immer, dass die Kommunikation nicht gestimmt hat. Kommunikation ist ein ganz wichtiger Faktor, sowohl wenn du etwas erreichen möchtest, als auch wenn du mit anderen zusammenarbeitest. Dabei kommt es auf verschiedene Dinge an. Zunächst musst du in der Lage sein, deine Meinung zu vertreten und nachvollziehbar darzulegen. Andere können sich nur dann deiner Meinung anschließen, wenn du sie ihnen darlegen kann. Man nennt dies auch „Diskursfähigkeit“. Dass zu einem Diskurs auch das Zuhören gehört, sollte selbstverständlich sein.

Sodann ist es wichtig, dass du dich gut und fehlerfrei ausdrücken kannst. Berufliche Gespräche sind keine WhatsApp-Nachrichten und sollten daher auch höheren Ansprüchen genügen. Gib dir daher Mühe beim Formulieren, egal ob du mit jemandem persönlich sprichst oder eine E-Mail, SMS oder einen Brief schreibst. Fehler lenken nicht nur vom Inhalt, bzw. von der Botschaft ab, sondern können auch dazu führen, dass dein Gesprächspartner deiner Nachricht weniger Bedeutung beimisst.

Natürlich solltest du gegenüber einem Kunden anders auftreten, als gegenüber den Kollegen, gegenüber dem Vorgesetzten oder dem Chef anders als gegenüber anderen Azubis. Hier solltest du stets den richtigen Ton finden.

 

  1. Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen

Was bedeutet eigentlich Selbstbewusstsein? Bist du dir deiner selbst bewusst? Eigentlich sollte ist fragen, ob du deine Stärken und deine Schwächen kennst. Denn auf die kommt es an und mit diesen musst du arbeiten. Deine persönlichen Stärken solltest du einsetzen, für dich selbst aber auch für das Team, in dem du arbeitest. Wenn du z.B. besonders gut präsentieren kannst, dann solltest du diese Fähigkeit auch für das Team einsetzen, wenn dieses anderen etwas darlegen muss. Auch deine Schwächen solltest du kennen. Dann kannst du an diesen nämlich arbeiten oder auch Situation aus dem Weg gehen, in denen diese Schwächen besonders auffallen würden. Selbstbewusstsein hilft dir also, dich zu entwickeln.

Beim Selbstvertrauen ist die Frage, was und wie viel du dir selbst zutraust – und wie du dies nach außen zeigst. Hier geht es vor allem darum, ob du dir zutraust, Aufgaben und Verantwortung zu übernehmen. Natürlich solltest du dich nicht überschätzen, aber durchaus mutig sein. Denke immer daran: Wenn du dir eine bestimmte Aufgabe zutraust, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass dir auch andere die Aufgabe zutrauen und du zeigen kannst, was in dir steckt.

 

  1. Einfühlungsvermögen und Empathie

Empathie (=Einfühlungsvermögen) ist die Fähigkeit, sich in andere Personen hineinzuversetzen. Dies ist gerade in Zusammenhang mit der Kommunikation wichtig. Stell dir vor, du hast es als Verkäuferin mit einem verärgerten Kunden zu tun. Dann ist es wichtig, auf seine Sicht der Dinge einzugehen, egal ob du ihm eine Lösung anbieten kannst oder nicht. Auch wenn du dich mit einem E-Mail an einen Kollegen wendest, ist es gut, wenn du dir zunächst überlegst, wie und in welcher Stimmung er deine Mail lesen wird. Man nennt das auch „Zielgruppenempathie“. Und da, gerade bei schriftlicher Kommunikation, die Interpretation deiner Worte allein beim Empfänger liegt, ist es sehr wichtig, dies vorher zu bedenken. Letztlich hilft dir die eine hohe Empathie, erfolgreich zu kommunizieren und damit mehr zu erreichen.

 

  1. Teamfähigkeit und Kollegialität

In den meisten Tätigkeiten und Firmen ist es heute üblich, dass man für bestimmte Aufgaben als Team zusammenarbeitet. Die Regeln der Teamarbeit sind nicht ganz einfach. Im Grunde ist die Überlegung bei einem Team, dass jeder seine Stärken einbringt und somit gemeinsam das bestmögliche Ergebnis erreicht wird. Dazu hat jeder eine „Rolle“ im Team. Schwierig wird es, wenn innerhalb des Team statts eines Wir-Gefühls ein Konkurrenzdenken entsteht. Das schadet dann nämlich dem Teamergebnis. Zu Teamfähigkeit gehört daher sowohl, dass man bereit ist die eigenen Stärken einzubringen, als auch dass man bereit ist, die Stärken und Schwächen der anderen anzuerkennen. Näheres zur Teamarbeit findest du übrigens hier: https://karrierebibel.de/teamarbeit/

Was für die Zusammenarbeit in einem speziellen Team gilt, gilt im Prinzip auch für die Zusammenarbeit unter Kollegen allgemein. Selbst wenn man kein gemeinsames Projekt bearbeitet, ist es gut, wenn man sich als Gemeinschaft versteht und sich als Teil einer Gemeinschaft auch verhält.

 

  1. Kritikfähigkeit und Konfliktfähigkeit

Egal wie gut du dich mit deinen Kollegen verstehst, früher oder später wird es auch kritische Situationen geben. Es kommt zu Meinungsverschiedenheiten oder es werden Fehler gemacht. Dann sollte man gemeinsam darüber sprechen und überlegen, was man daraus lernen kann. Dass Fehler passieren, ist absolut menschlich. Entscheidend ist, wie du damit umgehst. In Zusammenhang mit Betrieben spricht man auch von einer Fehlerkultur. Es ist gar nicht schlimm, einen Fehler zu machen, man sollte nur stets daraus lernen.

Wenn du Fehler, egal von wem sie begangen wurden, mit Kollegen diskutierst, dann achte darauf, sachlich zu bleiben und nicht emotional zu argumentieren. Wenn Kritik gerechtfertigt ist, dann solltest du zu einem gemachten Fehler auch stehen und die Kritik annehmen. Das bereinigt die Situation am schnellsten.

Grundsätzlich solltest du Konflikten nicht aus dem Weg gehen, sondern sie offen ansprechen und ausdiskutieren. Nur so kannst du dazulernen und gestärkt daraus hervorgehen.

 

  1. Selbstdisziplin und Eigenständigkeit

Im Berufsleben bist du mehr auf dich selbst gestellt, als noch in der Schule. Man erwartet mehr Eigenverantwortung von dir. Das fängt bei der Berufsschule an und setzt sich im Betrieb fort. Aufgaben, die du übertragen bekommst, sollst du selbstständig lösen. Dazu gehört aber auch, dass du bei auftretenden Problemen oder Fragen selbständig nach Hilfe suchst. Selbstdisziplin und Eigenständigkeit bedeuten, dass du niemanden benötigst, der dich antreibt oder für dich Prioritäten setzt. Wenn du beispielsweise eine Aufgabe zu einem bestimmten Termin erledigt haben musst, dann musst du selbst eben alle Sachen so bearbeiten, dass du das auch hinbekommst. Falls du zu viele Aufgaben gleichzeitig bekommst, und mal einen Termin nicht einhalten kannst, dann spreche rechtzeitig mit deinem Vorgesetzten und kläre das. So kannst du die Prioritäten neu einordnen und findest eine Lösung.

 

  1. Flexibilität und Motivation

Nicht alles verläuft nach einem klar vorgegebenen Fahrplan. Gerade im Berufsleben wird es immer wieder Veränderungen geben, die ganz plötzlich kommen. Dann zeigt sich, wie flexibel du bist. Unter geistiger Flexibilität versteht man, wie schnell du dich auf neue Situationen oder Sachverhalte einstellen kannst. In vielen Betrieben, gerade in kleinen Unternehmen, ist es wichtig, dass du auch in gewissem Rahmen zeitliche Flexibilität mitbringst. Da kann es schon mal vorkommen, dass du einen Arbeitstag mal früher beginnen oder später beenden sollst, um eine bestimmte Aufgabe zu erledigen. Dazu solltest du grundsätzlich bereit sein. Sollte das nicht möglich sein, weil z.B. das Verkehrsmittel, mit dem zu zur Arbeit kommst, dann nicht verkehrt, dann sprich mit deinem Vorgesetzten darüber.

In Betrieben mit mehreren Standorten kann es auch vorkommen, dass man von dir örtliche Flexibilität fordert, damit du mal für ein paar Tage oder Wochen auch in einer anderen Niederlassung aushelfen kannst.

Die Bereitschaft zur Flexibilität hängt natürlich immer auch mit deiner persönlichen Motivation für den gewählten Beruf und den Arbeitgeber ab. Aber daran sollte eigentlich kein Zweifel aufkommen, sonst müsstest du auch überlegen, ob du den richtigen Ausbildungsplatz gewählt hast.

 

Wenn dich das Thema Soft Skills mehr interessiert, dann kannst du mehr erfahren unter folgendem Link: https://www.aubi-plus.de/blog/warum-soft-skills-fuer-azubis-so-wichtig-sind-3462/

 

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