Ausbildungsmessen: Lohnt sich der Besuch?

Marie hat sich bereits bei mehreren Ausbildungsbetrieben beworben und wartet jetzt auf die Rückmeldungen. In Kürze findet eine Ausbildungsmesse in ihrer Stadt statt. Ob sie da mal hin soll?

„Unbedingt“, meint das Good-Karma-Lama, „denn vielleicht triffst du dort auch zukünftige Kollegen“ und erklärt gleich noch ein paar Vorteile, die Marie auf der Messe erwarten.

Regionale Ausbildungsmessen

In vielen Städten werden mittlerweile einmal im Jahr sogenannte Ausbildungsmessen oder Berufsinformationstage angeboten. Dort präsentieren sich Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe. Zielgruppe sind insbesondere die Schülerinnen und Schüler, die im gleichen oder im folgenden Jahr ihren Abschluss machen. Organisiert werden diese Ausbildungsmessen in der Regel durch die Gemeinde, manchmal aber auch durch ehrenamtliche Träger oder öffentliche Einrichtungen. Auch die Industrie- und Handelskammern (IHK) sowie die Handwerkskammern (HWK) organisieren manchmal solche Messen. 

Präsentation der Betriebe

Bei einer Ausbildungsmesse präsentieren sich die Ausbildungsbetriebe in der Regel mit einem eigenen Messestand. Dort bekommst du Informationen über den Betrieb selbst und über die von ihm angebotenen Ausbildungsgänge. Meist präsentieren die Betriebe auch ihre eigenen Produkte. Manche bringen interaktive Elemente mit, also beispielsweise eine VR-Brille, mit der du dir einen Einblick in die Produktionshalle verschaffen kannst. Vielleicht bringen sie auch Geräte mit, die du selbst einmal steuern kannst. Ja, manche Betriebe treiben einen recht großen Aufwand, um sich auf eine Ausbildungsmesse gut in Szene zu setzen und sich bei den Ausbildungssuchenden gut zu vermarkten. Das ist allerdings auch der Grund, weshalb kleinere Betriebe, die sich einen solchen Aufwand oft schon zeitlich gar nicht erlauben können, auf diesen Ausbildungsmessen eher selten anzutreffen sind. 

Direkter Kontakt zu Auszubildenden

Eine Ausbildungsmesse ist die ideale Gelegenheit, um mit Auszubildenden aus deinem Wunschberuf in Kontakt zu kommen. Diese können dir nicht nur einen ungeschminkten Einblick in das Berufsbild geben, sondern zum Beispiel auch Infos zur Berufsschule. Da ist es natürlich sinnvoll, wenn du dir bereits vor dem Besuch der Ausbildungsmesse überlegst, welche Fragen du diesbezüglich gerne stellen möchtest. 

Falls du nun einen bestimmten Ausbildungsbetrieb im Blick hast, dieser aber auf der Messe nicht selbst vertreten ist, dann sprich ruhig einen anderen Betrieb an, der den gleichen Ausbildungsgang anbietet. Die Ausbildungsinhalte sind in allen Betrieben nämlich ähnlich – das verlangt schon die Ausbildungsordnung, an die sich alle Ausbildungsbetriebe halten müssen.

Planung des Besuchs der Ausbildungsmesse

Wenn du zur Ausbildungsmesse gehst, dann nimm genug Zeit mit. Einerseits siehst du dort sicherlich viel mehr, als du erwartet hättest. Andererseits benötigst du auch einige Zeit, um mit allen für dich relevanten Betrieben zu sprechen. Vielleicht besuchst du auch noch ein paar weitere Stände, die einfach toll gemacht sind oder interessante Werbeartikel anbieten. Jedenfalls macht es keinen Sinn, für deinen Messebesuch nur eine Stunde einzuplanen. 

Sinnvollerweise überlegst du dir bereits im Vorfeld, die Stände welcher Betriebe du auf jeden Fall besuchen möchtest. Dabei hilft ein Blick in die Tageszeitung, wo solche Veranstaltungen in der Regel einige Tage vorher beworben werden. Meist gibt es auch eine Internetseite, wo du schon mal schauen kannst, welche Aussteller sich angemeldet haben.

Überlege dir gerne auch ein paar Fragen, die du den Ausbildern oder Azubis stellen möchtest. Dabei gibt es eigentlich keine Tabus. Auch das Ausbildungsgehalt kannst du dabei konkret erfragen. Nutze die Gelegenheit, um Ausbilder oder künftige Kollegen kennenzulernen. Unter Umständen kannst du auch bereits einen Lebenslauf mitnehmen, den du dann bei den Firmen abgibst, die dich am meisten interessieren. Das muss aber nicht sein. Du kannst den Lebenslauf auch gerne im Nachgang zur Messe zuschicken oder vorbeibringen. Vielleicht kannst du für diesen Fall gleich eine kleine Betriebsbesichtigung vereinbaren. Damit hast du dann schon mal einen Fuß in der Tür zu deinem zukünftigen Arbeitgeber.

Nacht der Ausbildung und andere Sonderformate

Neben den Ausbildungsmessen gibt es auch noch einige Sonderformate, bei denen du ebenfalls Ausbildungsbetriebe kennenlernen kannst. Ein spannendes Beispiel ist das Format „Nacht der Ausbildung“, das in einigen Regionen z.B. von den Wirtschaftsjuniorenangeboten wird. Im Unterschied zu den oben genannten Ausbildungsmessen fährt man dabei in Gruppen von einem Ausbildungsbetrieb zum nächsten. Dadurch lernt man zwar in der Regel nur eine Handvoll Betriebe kennen, dafür bekommt man aber einen Einblick in den Betrieb selbst. 

Oft bieten auch Schulen die Möglichkeit, einzelne Betriebe an einem Berufsinfotag kennenzulernen. Dann findet quasi eine kleine Ausbildungsmesse mit ausgewählten Betrieben direkt in der Schule statt. 

Den Termin für die Ausbildungsmesse in deiner Stadt findest du in der Tageszeitung oder am Schwarzen Brett deiner Schule. Einige Veranstaltungen in größeren Städten sind auch auf folgender Seite eingetragen: https://www.azubify.de/ausbildungsmessen

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