Was will ich eigentlich (werden)?

Am Samstag war Leon auf der Ausbildungsmesse in seiner Stadt. Da war ganz schön was geboten. So viele unterschiedliche Betriebe und Ausbildungsmöglichkeiten! Aber ganz ehrlich, als er am späten Nachmittag nach Hause ging, war er auch etwas verunsichert. Ob er tatsächlich Tierpfleger werden soll? Wie erwartet war kein Unternehmen vor Ort, das diesen Ausbildungsberuf anbietet. Nicht einmal eine Tierarztpraxis war da, bei der er sich über den Beruf als Tierarzthelfer, oder wie es richtig heißt als „Tiermedizinischer Fachangestellter“, hätte erkundigen können.

Andererseits hatten sich auf der Ausbildungsmesse einige Betriebe mit tollen Ständen gut in Szene gesetzt. Und die Azubis, die dort über ihre Ausbildung berichtet haben, waren teilweise schwer begeistert – von ihren Ausbildungsbetrieben genauso wie von ihren Ausbildungen. Deshalb kommt Leon ins Grübeln: Vielleicht sollte er noch einmal grundsätzlich über die Wahl seines Ausbildungsberufes nachdenken. Und wenn er dann zu dem Schluss kommt, dass er auf jeden Fall Tierpfleger werden möchte, dann muss er halt auch gezielt nach diesen Stellen suchen.

Für die grundsätzliche Suche nach dem richtigen Ausbildungsberuf rät dir das Good-Karma-LAMA, zunächst einmal folgende Fragen zu beantworten – am besten schriftlich.

  1. Was kann ich besonders gut?

Denke mal darüber nach, welche Schulfächer dir am meisten Spaß machen und warum. Bei welchen Aufgaben konntest du besonders glänzen – eher bei Aufsätzen (schriftliche Kommunikation), beim Rechnen (logisches Denken), beim Präsentieren und Vorstellen oder vielleicht auch dann, wenn bei Gruppenarbeit jemand gefragt war, der den Ton angibt (Führung, Organisation)? Welche Hobbys liegen dir und was sagen sie über deine Interessen aus?

  1. Wie nehmen mich Eltern, Freunde, Bekannte in dieser Beziehung wahr?

Frag‘ doch einfach mal nach, welche besondere Fähigkeiten andere Menschen an dir erkennen. Das relativiert oder bestätigt vielleicht deine Einschätzung von dir selbst. Vielleicht entdeckst du dadurch aber auch neue Facetten an dir, die dir bei der Berufswahl helfen.

  1. Was liegt mir überhaupt nicht?

Welche Fächer, welche Aufgaben, welche Situationen in der Schule oder bei deinen Hobbys haben dir besondere Probleme bereitet? Versuche bei solchen Fragen bitte, dich nicht von der Sympathie für oder Abneigung gegen einen Lehrer beeinflussen zu lassen. Hattest du einen unsympathischen Lehrer im Kunstunterricht und waren die dort gestellten Aufgaben langweilig, dann heißt das noch lange nicht, dass du nicht auch kreativ sein kannst.

  1. Was erwarte ich langfristig von meinem Beruf?

Soll dein Beruf dich später auch in andere Städte oder Länder führen? Willst du mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen oder auf unterschiedliche Sprachen kommunizieren? Oder suchst du eher eine stille Arbeit, die dir aber täglich Spaß bereitet, weil du dich gerne damit beschäftigst? Ist es dir wichtig, täglich die Ergebnisse deiner Arbeit zu sehen oder bist du eher der kommunikative und soziale Typ, der unbedingt mit anderen Menschen zusammenarbeiten oder anderen Menschen sogar helfen möchte?

Wenn du diese Fragen beantwortet hast, dann siehst du schon mal klarer und kannst im Internet oder im Berufsinformationszentrum nach Berufsbildern suchen, die deinen Vorlieben und Stärken entsprechen.

Extra-Tipp des Good-Karma-LAMAs: Verlass dich aber nicht nur auf die Berufsbildbeschreibungen der Arbeitsagentur, der Handels- und Handwerkskammern oder von Wikipedia. Frage auch mal bei jemandem nach, der selbst in diesem Beruf eine Ausbildung macht oder gemacht hat. Und wenn du niemanden kennst, dann schaue einfach bei einem Betrieb rein, der diese Ausbildung anbietet und frage dort nach, ob du dich mal kurz mit einem Azubi unterhalten kannst. Wenn du sagst, dass du gerade überlegst, ob du diesen Ausbildungsberuf ergreifen sollst, wird man dir wahrscheinlich gerne die Tür öffnen und ein paar Minuten mit dem Azubi einräumen. Wer weiß, vielleicht lernst du auf diese Weise sogar deinen zukünftigen Ausbildungsbetrieb kennen.

Und wenn du dann richtig sicher gehen willst, dann könntest du dort vielleicht auch noch ein Praktikum machen und dir den Beruf so noch genauer anschauen. Aber das ist dann ein weiterer Tipp des Good-Karma-LAMAs, auf den wir ein anderes Mal eingehen werden …

Schreibe einen Kommentar