Informationen über den Ausbildungsbetrieb

Leon hat einen Beruf ins Auge gefasst und von der Arbeitsagentur erfahren, dass 25 Betriebe in seiner Umgebung darin Ausbildungsplätze anbieten. Jetzt möchte er sich bei allen mit einem Serienbrief bewerben. Irgendeiner wird schon zusagen. „Du kaufst wohl immer die Katze im Sack, was?“ meint das Good-Karma-Lama dazu. „Informiere  Dich lieber vorher über die Arbeitgeber und such Dir die raus, die wirklich toll sind.“ Wo er die besten Infos über die Arbeitgeber bekommt, erklärt ihm das Good-Karma-Lama sofort.

Wenn du dich irgendwo bewirbst, dann solltest du zeigen, dass du dich nicht nur für den Beruf, sondern auch für den Betrieb interessierst. Damit du dazu in deinem Bewerbungsanschreiben etwas schreiben kannst, benötigst du zunächst ein paar Informationen über den Betrieb. Jetzt gibt es verschiedenen Möglichkeiten, wie du an Informationen über den Ausbildungsbetrieb kommst. Die besten und wichtigsten stelle ich dir hier vor.

Internetseite des Arbeitgebers

Fast jeder Ausbildungsbetrieb hat heute eine eigene Internetseite. Allerdings ist der Informationsgehalt dieser Seiten sehr unterschiedlich.  Zumindest was die Informationen für Bewerber und zukünftige Mitarbeiter angeht. Klar: Große Arbeitgeber haben eigenen Karriereseiten, auf denen sie sich mit allen Benefits und Mitarbeitervorteilen präsentieren. Hier zeigen sie sich natürlich von ihrer Schokoladenseite. Manchmal kommen auch Mitarbeiter selbst zu Wort. Aber auch hier wirst du in der Regel nur Aussagen finden, die zur gewünschten Arbeitgebermarke passen.

Je kleiner das Unternehmen, desto dürftiger fallen in der Regel auch die Informationen auf deren Homepage aus. Andererseits ist es auch verständlich, dass sich ein Friseur eher auf das Haareschneiden bei seinen Kunden konzentriert, als auf die Erstellung einer Karriereseite für den Azubi, den er alle drei Jahre sucht. Soll heißen: Bei vielen kleineren Unternehmen findest du relativ wenig Informationen auf deren Internetseiten, wie sie als Arbeitgeber sind.

Soziale Medien

Viele Unternehmen sind auch in den sozialen Medien präsent. Am beliebtesten sind hierbei aktuell noch Facebook, Xing und Linkedin. Auch Instagram ist stark im Kommen. Bezüglich der Qualität gilt ähnliches wie bei den Internetseiten, sie ist nämlich sehr unterschiedlich. Da aber einiges dazu gehört, einen Social Media Auftritt dauerhaft zu pflegen, geben solche Unternehmensseiten auf Facebook oder Instagram oft einen sehr guten Einblick in die Firmen. Insbesondere gilt dies dann, wenn viele Mitarbeiter auch eigene Beiträge zu ihrem Arbeitgeber posten oder kommentieren. Damit bekommst du einen recht authentischen Einblick in die Firma. Schau also unbedingt mal nach, was du bei Facebook oder Instagram über deinen Wunscharbeitgeber (heraus-)findest.

Ausbildungsmessen und Azubimessen

In vielen Städten und Regionen findet einmal im Jahr eine Ausbildungsmesse statt. Dort präsentieren sich Ausbildungsfirmen mit einem eigenen Stand. Viele Firmen schicken hier nicht nur den für die Ausbildung zuständigen Mitarbeiter (= Ausbilder) hin, sondern auch aktuelle Azubis. Du hast also die Möglichkeit, direkt mit aktuellen Azubis über deren Erfahrungen bei diesem Arbeitgeber  und mit diesem Ausbildungsberuf zu sprechen. Ein weiterer Vorteil dieser Veranstaltungen: Viele Firmen stellen sich mit ihrem Messeangebot direkt auf die Besucher ein und geben sich häufig Mühe, auch einen praktischen Einblick am Stand zu ermöglichen. Dazu gibt es normalerweise noch den ein oder anderen Werbeartikel.

Da der Aufwand für einen Stand auf der Azubimesse nicht gering ist, findet man auf diesen Veranstaltungen auch eher die großen Arbeitgeber, als die kleinen. Aber natürlich kannst du trotzdem viel über den Ausbildungsgang erfahren. Und du siehst, welche Firma unter den großen Arbeitgebern sich tatsächlich viel Mühe gibt beim Werben um die Azubis!

Andere Veranstaltungen

Neben den Messen gibt es noch eine ganze Reihe anderer Veranstaltungsformate. In vielen Regionen organisieren die Wirtschaftsjunioren einmal jährlich eine „Nacht der Ausbildung“. Hier ist es in der Regel so, dass ihr mit einem Bus von einem Ausbildungsbetrieb zum nächsten gefahren werdet. Dabei stellen sich die Firmen in den eigenen Räumen vor und lassen sich oft tolle Dinge einfallen. Der Nachteil: Bei diesen Veranstaltungen kann man in der Regel nur eine sehr begrenzte Zahl von Betrieben kennenlernen. Aber wenn Dein Wunscharbeitgeber dabei ist, dann ist es doch wunderbar.

Einige (große) Arbeitgeber veranstalten auch eigene Bewerber- oder Azubitage, einen Tag der offenen Tür oder ähnliches. Hier musst du in der lokalen Presse nach Hinweisen suchen oder mal darauf achten, ob irgendwo Plakate aushängen. Auch am Schwarzen Brett in deiner Schule solltest du in solchen Fällen einen Hinweis finden.

Beschäftigte

Die ehrlichste Auskunft über den Arbeitgeber bekommst du vermutlich von dessen Beschäftigten . Fragt sich nur, wie man an diese rankommt. Eine Gelegenheit sind die bereits beschriebenen Messen und Veranstaltungen. Eine andere ist es, einfach mal dort vorbeizugehen und mal nachzufragen. Das geht sicherlich nicht in jedem Unternehmen, aber einen Versuch ist es immer wert. Und wenn du spontan vorbeigehst, dann kannst du ziemlich sicher sein, dass man nicht auf dich vorbereitet ist. Wenn man sich dann trotzdem Zeit für dich nimmt und dir einen Einblick gibt oder ein Gespräch anbietet, dann ist das schon ein sehr gutes Zeichen. Gleichzeitig hinterlässt du auch einen positiven Eindruck von dir selbst, als spontane und engagierte Persönlichkeit. Also denk darüber nach!

Arbeitgeberbewertungen

Im Internet gibt es heutzutage verschiedene Arbeitgeberbewertungsportale. Das bekannteste in Deutschland ist kununu. Hier findest du Bewertungen von Mitarbeitern, Ex-Mitarbeitern und Bewerbern. Das kann interessant sein, ist aber gleichzeitig auch ein zweischneidiges Schwert. Gerade bei Arbeitgeberbewertungen zeigt sich nämlich, dass dies häufig von Mitarbeitern oder Ex-Mitarbeitern genutzt wird, um dem ehemaligen Arbeitgeber eins auszuwischen. Was da dann unter dem Deckmantel der Anonymität von sich gegeben wird, ist häufig übertrieben und ungerecht. Es gibt aber niemanden, der die Aussagen tatsächlich kontrolliert. Positive Bewertungen gibt es auf diesen Portalen auch, allerdings sind diese in der Regel seltener anzutreffen. Das liegt vermutlich in der Natur des Menschen begründet, der lieber meckert und lästert anstatt zu loben und zu empfehlen. Lamas sind da ganz anders … Nein im Ernst: Ich denke, Arbeitgeberbewertungen enthalten schon meistens einen wahren Kern, aber gerade die sehr negativen Bewertungen sollten nicht überbewertet werden.

Praktikum

Ein vermutlich idealer Weg, um einen Arbeitgeber kennenzulernen, ist das Praktikum. Klar, das ist auch der aufwändigste Weg. Daher kommt er eher dann in Frage, wenn du dich bereits für einen Ausbildungsberuf entschieden hast und vielleicht auch schon einen Wunscharbeitgeber ins Auge gefasst hast. Dann sprich den Betrieb doch mal an. Sag, dass du dort gerne eine Ausbildung machen würdest und dich freust, wenn du den Beruf und den Betrieb in einem ein- oder zweiwöchigen Praktikum mal kennenlernen darfst. Da lernst du den Betrieb kennen und kommst garantiert auch mit den Beschäftigten/Azubis ins Gespräch. Besser kann es kaum laufen.

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